Leitbild für die Jugendschule

Unsere gegenwärtige Welt braucht neue und kühne Entwürfe für eine nachhaltige und friedliche Entwicklung. Zudem kann heute niemand mehr den Jugendlichen einen sicheren Weg in Beruf und Gesellschaft vorausplanen noch gar garantieren.

In der geschützten Umgebung einer Jugendschule sollen die Jugendlichen vor allem drei Einrichtungen mit dem Ziel der wirtschaftlichen Unabhängigkeit führen: einen Bauernhof, ein Geschäft und ein Gasthaus (Hotel). Diese Wirtschaftseinheiten bilden zusammen mit den Werkstätten, dem Unterricht und den selbständigen Studien Elemente der vorbereiteten Umgebung einer Erfahrungsschule des sozialen Lernens. Diese Jugendschule wird Kindern im Alter von 12-15 Jahren empfohlen. Sie entscheiden dabei selbst über die Dauer ihres Aufenthaltes.

Während die Mädchen und Jungen diese Jugendschule besuchen, leben sie in einem Wohnhaus. Darin sollen sich folgende Räume befinden: eine Küche, ein Gemeinschaftsraum, Wohnräume für Jungen, Mädchen und Betreuer. Außerdem ein Büro für die Betreuer und ein Büro für die Jugendlichen, eine Bibliothek mit Computer, entsprechende Sanitärräume, eine Hauswerkstatt, ein Hauswirtschaftsraum mit Lager.

Außerdem sind Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder, Mopeds notwendig.

Als Betreuer möchten wir ein Lehrer-/Pädagogen-/Ehe-/Paar gewinnen, die mit in dem Wohnhaus der Jugendlichen wohnen und sie bei ihrem sozialen Leben und Lernen begleiten.

Der kleine Bauernhof soll geeignet sein, um wenige Tiere artgerecht unterbringen zu können. Gedacht werden kann dabei zunächst an Schafe, Hühner oder Schweine. Eine weitere Möglichkeit bietet die Bienenhaltung. Honigbienen haben seit alters her den Menschen in ihren Bann gezogen. Durch die Bestäubung der Wild- und Nutzpflanzen ist ihre Bedeutung in der Natur unbestritten und der dabei entstehende gesellschaftliche Nutzen übersteigt bei weitem den Wert des Honigertrags.

Das Geschäft soll ein separater Raum sein, in dem die Jugendlichen selbst hergestellte Produkte aus der Landwirtschaft oder den Werkstätten verkaufen. Die Einnahmen kommen den Jugendlichen selbst und ihrem Projekt zu Gute.

Das Gasthaus oder ein kleines Hotel werden in der Nähe des Wohnhauses von den Jugendlichen selbst betrieben. Hier können die eigenen Angehörigen, Freunde oder kleine Jugendgruppen aus dem In- und Ausland untergebracht werden. Die Einnahmen kommen den Jugendlichen selbst und ihrem Projekt zu Gute.
Die Werkstatt im oder am Wohnhaus ist so ausgestattet, dass die Mädchen und Jungen ihre Reparaturen für das Wohnhaus oder für ihre Werkzeuge und kleineren Maschinen selbst durchführen können. Von den Heranwachsenden werden außerdem Werkstätten im Umkreis genutzt, die ihnen einen Einblick in verschiedenartige Berufsfelder geben. Das können z.B. eine Textil- Druck- oder Töpferwerkstatt sein. Oder auch eine Werbeagentur, eine Galerie oder Computerwerkstatt.

Bei ihren praktischen Arbeiten in den Werkstätten werden die Jugendlichen durch Experten (FacharbeiterInnen, Lehrmeister- Innen ...) angeleitet und begleitet.

Am Vormittag sollen die Heranwachsenden vor allem praktisch tätig sein. Ihr Geschäft führen, die anfallenden Arbeiten auf dem Bauernhof und im Gasthof erfüllen. Nach der Mittagspause lernen die Mädchen und Jungen theoretisch. Das Erlernen einer Fremdsprache oder die Aneignung ausgewählter Aspekte unseres menschlichen Kulturgutes oder Diskussionen zu aktuell politischen Themen können dabei im Mittelpunkt stehen.

In ihrer Freizeit sollen die Jugendlichen in ihrem oder in angrenzenden Ortschaften Tanzen, Theater- oder z.B.: Fußball spielen können.

Bei der Realisierung eines solchen Erdkinderplanes möchten wir mit meheren Schulen zusammen arbeiten. Momentan besteht eine enge Kooperation mit der Freien Montessorischule Berlin.

Im September 2008 hatten wir ein Objekt gefunden, von dem wir glauben, dass dieses Objekt den Ansprüchen des Erdkinderplans genügt.